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	<title>Rainergerhard&#039;s Weblog</title>
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		<title>Arbeit macht frei</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Apr 2011 14:11:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gerhardhugo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigene Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Begriff hätte als Leitfigur über meiner Familie stehen können : &#8222;  Arbeit  &#8222; Und zwar unterschiedlich : als Imperativ , als Verpflichtung , als Gesetz , als Fluch . Und dieser Begriff  hat die ganze Familie in Anspruch genommen &#8230; <a href="http://rainergerhard.wordpress.com/2011/04/25/arbeit-macht-frei/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rainergerhard.wordpress.com&amp;blog=1572861&amp;post=113&amp;subd=rainergerhard&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Begriff hätte als Leitfigur über meiner Familie stehen können :</p>
<p>&#8222;  Arbeit  &#8222;</p>
<p>Und zwar unterschiedlich : als Imperativ , als Verpflichtung , als Gesetz , als Fluch . <span id="more-113"></span></p>
<p>Und dieser Begriff  hat die ganze Familie in Anspruch genommen , vereint und vor allem getrennt – zum Teil mit ganz bösen Folgen .</p>
<p>Unter sein Licht fielen und warfen scharfe Schatten :</p>
<p>Vaters Misserfolg im Beruf und seine Unfähigkeit zur Karriere im Wiederaufbau</p>
<p>Mutters ewiges Arbeiten mit unerbittlichem Zwang , und wirtschaftlich doch notwendig , beides</p>
<p>Meine Kinderarbeit</p>
<p>Die These hier ist : für mich war Arbeit ein Ausweg . Im Sinn von fleißig sein .<br />
Das negative Beispiel meiner Schwester stand immer vor mir , so wenig sie dafür konnte .</p>
<p>Das war durchaus realistisch , denn ohne das wäre ich als Hauptschüler aufgehört . Fragt sich : war ich wirklich fleißig ? Oder habe ich immer nur den Schein von Arbeit um mich erzeugt ?</p>
<p>Das heißt , um mich herum immer etwas aufbauen , das nach Arbeit mehr aussah / aussieht ? als wirklich Arbeit mit handfesten Ergebnissen war .</p>
<p>Intellektuelle Arbeit – nur die ist hier gemeint – heißt : sich inhaltlich mit etwas , mit Texten , mit Sprachen auseinander zu setzen , Inhalte aufzunehmen und zu verarbeiten bis hin zu eigenen Kenntnissen und Produkten .<br />
Oder Sprachen : wie schlecht habe ich Latein , Französisch und Griechisch aufgenommen . Wie unter einem Schleier von Hemmungen , trotz einigem Fleiß mit wenigem Zutrauen , mit geringer Merkfähigkeit .</p>
<p>So habe ich Bücher gekauft , zum Teil gestohlen , ausgeliehen . Ein Buch zu lesen bedeutet : Zeit . Und Vorrang vor anderen . Bevor ich ein Buch gelesen hatte , habe ich zwei neue erworben . Ich habe gleichsam den Aufbau einer Enzyklopädie in falscher Weise betrieben – die scheinhafte Nachahmung großer öffentlicher und privater Bibliotheken .</p>
<p>Die Leitidee , jedes Buch haben zu wollen das irgendwie zu meinen theoretischen Interessen passte . Ohne irgend eine Chance – in Zeit gemessen – die vielen , die immer neuen Bücher auch zu lesen . Das geht vielleicht jedem literarisch und theoretisch interessierten Menschen so oder ähnlich . Mir aber mehr . Weil mein Interesse an Büchern mehr erotisch als sachlich gewesen ist . Die Gier hat diktiert . Und wenn das Wort erotisch stimmt , dann war es eine Art Ersatzerotik . Ist der Besitz , eigentlich ein materieller Reichtum – ein Ersatz ?</p>
<p>Bücher , wenn sie zu Massen geworden sind , spätestens in  meiner Wohnung in  der Schweizer Straße , üben einen Druck aus : du schaffst es nicht . Sachlich : es ist nicht zu schaffen . Das könnte man in Zeiträumen ausrechnen . Wie viele Jahre . . .</p>
<p>Dazu kommen meine großen Arbeitsanlagen : die riesigen Schreibtische , plundrig aber groß , immer ein besonderes Schreibmaterial , exquisit und teuer . Ich kann nicht mit Kuli und schlechtem linierten Papier arbeiten .</p>
<p>Nach der Rente . . .</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/rainergerhard.wordpress.com/113/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/rainergerhard.wordpress.com/113/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/rainergerhard.wordpress.com/113/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/rainergerhard.wordpress.com/113/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/rainergerhard.wordpress.com/113/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/rainergerhard.wordpress.com/113/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/rainergerhard.wordpress.com/113/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/rainergerhard.wordpress.com/113/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/rainergerhard.wordpress.com/113/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/rainergerhard.wordpress.com/113/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/rainergerhard.wordpress.com/113/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/rainergerhard.wordpress.com/113/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/rainergerhard.wordpress.com/113/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/rainergerhard.wordpress.com/113/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rainergerhard.wordpress.com&amp;blog=1572861&amp;post=113&amp;subd=rainergerhard&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Leben und Familie (1978)</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 14:46:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gerhardhugo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigene Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Kind kleiner Leute geboren , die nichts dargestellt und nichts bewegt haben , nicht einmal sich selbst , kommt es mir heute so vor , als hätte ich viel Zeit gebraucht , um mit dieser Herkunft klarzukommen und da &#8230; <a href="http://rainergerhard.wordpress.com/2011/04/13/leben-und-familie-1978/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rainergerhard.wordpress.com&amp;blog=1572861&amp;post=100&amp;subd=rainergerhard&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Kind kleiner Leute geboren , die nichts dargestellt und nichts bewegt haben , nicht einmal sich selbst , kommt es mir heute so vor , als hätte ich viel Zeit gebraucht , um mit dieser Herkunft klarzukommen und da herauszukommen , wo ein genetischer Zufall mich hingesetzt      abgesetzt    hat .<span id="more-100"></span><br />
Bin ich heute schon so weit ? Frei davon und für mich selbst ? Es trifft sich gut , dass es Regina gibt . Für sie , von der ich wünsche , dass sie sich stark für mich und damit für meine Vergangenheit interessiert , schreibe ich mal auf , wie das alles so gewesen ist und geworden ist . Wie und wer ich war . Um auch für mich klarer zu sehen wer ich war .<br />
Mit einer Bitte , dass ich auch später noch einmal in dieses Buch gucken kann .</p>
<p>Immerhin : einer der wenigen Glücksfälle , dass ich diese<br />
Blätter zurück bekommen habe . Wie und wann , weiß ich nicht<br />
mehr , hängt wahrscheinlich mit unserer Trennung zusammen .</p>
<p>Angefangen bewusst zu leben habe ich da war ich noch sehr klein und jung stand auf der Straße zwischen den Vorgärten und den beiden Häuserzeilen zur Seite , schaute in den Himmel und hatte Angst . Der Himmel muss sehr erfüllt gewesen sein , mit großen weißen Wolken , viel Rot und Blau massiv und voll Festigkeit aufgebaut .<br />
Wohl kam ich gerade von einer Fahrt zurück ,<br />
wahrscheinlich aus Nürtingen   -  oder aus Berlin ?<br />
war morgens ganz fremd und erstaunt im eignen Bett wieder aufgewacht ohne Wissen wie ich hineingekommen . Nur das Rattern der Eisenbahnräder als leises Dröhnen noch im Ohr – und dann wieder auf unserer Straße wie seit drei oder vier Wochen nicht mehr – die Straße war nach Pestalozzi (b)genannt , sicher das erste Wort in meinem Leben , an dem ich mir die Zähne hatte schärfen müssen . Und nichts an den Häusern war mir vertraut und lieb wie Heimat , nur Schock , so sieht das aus und schneidet in mich hinein . Es ist eins der drei oder vier Grundgefühle meines Lebens geblieben ,<br />
ich bin hier nicht zu Hause , das geht in meine Träume bis heute<br />
die äußere Umgebung erstarrt wie in einem Schock , dass die Dinge so sind wie sie sind ich bin hier und sie (die Dinge) sind da , scharfe Trennung ohne Wärme .<br />
Kinder wenn sie nur für dieses Erlebnis ausgestattet sind können ihm leicht verfallen sie haben keine Chance dagegen sich zur Wehr zu setzen ; und bis ich fünfzehn oder sechzehn war und anfing , meine Umgebung und mich durch eigene Tätigkeit zu verändern , verfiel ich ihm immer wieder . Im Kindergarten , wo wir aus Schuhkartons , über ein eingeschnittenes Loch war rotes Transparent geklebt , eine Guckkastenbühne mit Lackfiguren bastelten oder gebastelt bekamen und ich das ansah und fragte wie ist das nur ; in der Schule wo die anderen Kinder auf dem Hof herumliefen und standen , und ich sah die und kam mir wie vor der Guckkastenbühne vor , weil die Kinder waren dort<br />
Sie waren ‚da’<br />
und ich war hier und es gab da den Hayo und den Hartmut Hufeland die ich sehr leiden mochte<br />
‚leiden + mochte’ ist gut<br />
aber die luden mich nie ein und ich liebte Hayos kleine Schwester sehr und kannte sie doch nicht .<br />
Dass ich damals litt , wusste ich nicht , ich kannte das Wort nicht . Man sprach auch nicht mit mir darüber ich wusste nicht , dass es Wörter gibt , die eine innere Bewegung , die ein Gefühl beim Namen nennen und helfen das mitzuteilen , und es auflösen können . Meine Gefühle fühlte ich nur und kam mir sehr klein und eingeschlossen darin vor .<br />
Meine Eltern waren Faschisten . 1945 , im Januar , als ich geboren wurde , hieß unsere Straße natürlich noch Hermann Göring – Straße und erst als ich fünf Monate alt war befreiten uns die Alliierten vom Naziregime . Befreiten mich aber nicht von den Eltern . Befreiten sie nicht von sich selbst . Wie auch . Den kleinen Leuten hat der Faschismus ja viel an Opfern abverlangt , er hat den meines Erachtens ziemlich erfolgreichen Versuch unternommen ihnen diese Opfer ideologisch zu versüßen . Die Eltern sind Musterexemplare dieser Unterdrückung und ihrer Verklärung . Was alles spielte da eine Rolle : das Pathos der Mutterschaft , am Anfang waren wir drei Kinder ; die Hinnahme , nein die Komplizenschaft</p>
<p>das erklärt aber die ewige Unzufriedenheit nicht , also ein<br />
falscher Satz</p>
<p>mit der gesellschaftlichen Trennung in Arme und Reiche – wir waren bitter arm , das waren wir aber nur ,  „weil mein Vater nichts taugte ; Menschen die tüchtig sind werden natürlich auch etwas und haben Geld“ und das ist anzustreben .<br />
Das war der Originalton meiner Mutter . Dazu kam die Anbetung der großen Leute , war es der Hitler vorher , war es der Adenauer später , gut , so groß war der Unterschied nicht . Interessant , sie heute als Greise zu beobachten : widersprüchlich    widersprechend     vorm Fernseher sitzend , den Schmidt , Helmut , SPD , bewundernd , was ist das doch für ekin bewundernswerter Mann , „reden kann er ja“  und  „er tut ja auch was für die Leute“ , , aber irgendwie ist so einer doch anrüchig denn irgendwo ist er doch Kommunist oder nicht ?<br />
Meine Eltern trage ich mit mir herum , die beiden hässlichen und sehr gemeinen Greise haben Kammern in mir , sie machen ja meist Kusch , haben aber Zügel in der Hand , mit denen sie mich führen , wenn ich etwas vorhabe was zu stark von ihren  &#8211; damit auch meinen – Richtlinien abweicht .<br />
In den Sommerferien jetzt 1978 hatte ich die Zeit gründlich nachzudenken . Das hat mich auf den Weg gebracht , meine Eltern in mir wiederzufinden , zu entdecken , wo sie Zensur in mir ausüben und Schritte lähmen , die ich tun muss oder müsste um meinen Vorstellungen von mir , meinen Erfahrungen mit mir gerecht zu werden . Am auffälligsten bei Frauen : jahrelang hat mich da nur angezogen , was einem sehr bestimmten Muster entsprochen hat , am Körper wie am Wesen . Und nur langsam durch viele Konflikte in mir und mit neuen Frauen die ich kennenlernte und die mich forderten konnte ich lernen mich auf Menschen einzustellen die dem verengten Blick nicht gehorchten die anders waren als ich erwartete wie sie gefälligst zu sein hätten . Am liebsten habe ich immer noch Mechtild weil sie am bestimmtesten von mir gefordert hat nimm mich wie ich bin verkommen und leicht verrückt , und erreicht hat sie , dass ich es – einigermaßen -  konnte . In der ersten Zeit mochte ich sie nur mit Vorbehalt , der kennzeichnend war – sie zu mögen und doch abzuwehren , weil sie von den Alten in mir tief abgelehnt wurde . Und die Macht der gegen mich und meine besten Impulse : Neugier , Gier auf Menschen , Liebe bis zur Selbstvergessenheit gerichteten Zensur , durch solche sehr lebendigen Erfahrungen ist sie wenn nicht zerbrochen so doch kleingeworden . Nach und nach .<br />
verstehe ich nicht<br />
Stark war die Gewalt über mich früher schon . Einmal vor Jahren bin ich mit einer Freundin durch einen Wald gegangen , spät am Abend und wir mussten unbedingt mit einander schlafen , im</p>
<p>Wald . Und wie wir es taten sah ich in meinem Rücken eine Riesengestalt die auf mich hin drohend ihren Knüppel schwang um mich zu schlagen . Unfähig damals mir das zu erklären , unfähig auch , davon zu reden  und von andren mir die Erklärung geben zu lassen , war ich nur das Opfer der Hallizunation , die das zerstörte was ich treiben wollte .<br />
Im Vergleich mit den Kindern , die ich in den letzen Jahren bei meinen Freunden erlebt habe , fallen mir zwei Sachen auf , die ich als Kind nicht lernte : über mich selbst eine Aussage zu machen und zu sagen : ich will das jetzt .<br />
Darin hat sich die Not ausgewirkt , in der wir lebten ; wo die Armut herrscht , ist freilich mit Wünschen und Wollen nicht weit her . Nur wusste ich damals schon , wenn ich in die Familien von Mitschülern hineinkam , dass es auch anders geht . Heute stelle ich es mir so vor , dass meine Eltern nur durch Regression mit ihrer Lebensgeschichte fertig wurden : zwei Leute , die sich nicht recht liebten<br />
das ist untertrieben<br />
gleich nach der Heirat durch den Krieg getrennt , mit sich selber nicht fertig werdend , er  mit ‚zuviel’ , sie mit zu wenig sexueller Neigung ausgestattet , er ziemlich passiv , sie zwangsneurotisch daran interessiert , dass alles funktioniert und seine Ordnung hat  -  wie hätte das auch gehen sollen miteinander . Wenn sie selber Opfer ihrer Umstände und ihrer seelischen Bedingungen waren , ihre Opfer wurden wir Kinder . Und es ist gar nicht übertrieben das Wort Opfer hier zu benutzen .</p>
<p>In ihrer miesen Lage waren meine Eltern auch innerlich verarmt . Die Sprache die da herrschte war Gezänk , das vor allem meine Mutter immer wieder anstellte , weil das Geld nicht reichte oder wenn ihr sonst etwas zuwider lief . Und wie leicht passierte das in den engen Räumen und bei ihrem fanatischen Ordnungssinn. Und das andere was wir an Sprache mitbekamen , waren Kommandos : Mach dies , mach das – eins der Lieblingswörter war immer : Wehe wenn . . .  Eine Zeitlang lebte noch unsere Großmutter bei uns , die noch eins draufsetzte und die harten Ordnungsmaßnahmen unserer Mutter mit abergläubischen Drohungen verstärkte : Kindern , die nicht aufessen ist der Herrgott gram und wer eine Grimasse schneidet dem bleibt der Mund schief , wenn die Uhr darüber schlägt .<br />
Das Schlimmste war , wenn wir einen Fehler gemacht hatten . Die Prügel waren schwer ; folgenreicher ist wenigstens für mich der fiese Trick gewesen , mit der die Notwendigkeit von Strafen immer begründet wurde . An die Zimmerwand zu pinkeln , das war schlimm , weil meine Mutter dadurch Mehrarbeit bekam , auf diese Weise lernte ich sogar , Prügel für eine gerechte und angemessene Sache zu halten .<br />
Die einzige Ebene auf der sich so etwas wie Versöhnung oder Freude aneinander abspielte , war die gebrochene aber vorhandene Freude der Eltern an ihren Kindern , wenn wir uns gut benahmen oder etwas besonders Kindlich – Originelles vollbrachten . Bis heute wird mir noch nachgerühmt , andere Menschen mit denen ich in Berührung kam nachzuahmen . Natürlich muss mir damals jeder Fremde sehr faszinierend vorgekommen sein , der von außen in den problematischen und gefühlsarmen Zusammenhang der Familie kam . Noch heute wird mir vor Scham darüber übel , dass eine meiner Großtaten das Nachahmen eines fast taubstummen Klempners gewesen sein soll , der uns den Herd richtete . Er hieß Nolte . Diese durch Lob und ständig wiederholtes Erzählen verstärkte ‚kindliche’ Originalität</p>
<p>ist sicher der Grundstein für die späteren Leistungserwartungen gewesen ;<br />
nicht zwingend</p>
<p>wir Kinder wurden am Maßstab völliger Perfektion gemessen , dem die Eltern selbst nicht nachkamen .</p>
<p>Natürlich konnte ich kein Streber werden , dazu fehlte mir das Selbstbewusstsein ;<br />
vielmehr das Kalkül<br />
aber als überangepasster Schüler war es ziemlich selbstverständlich , dass ich in den ersten Klassen immer der beste Schüler war . Zum Lohn musste man dann im Sommer bei einem großen Heimatfest die Klassenstandarte tragen , was der Familie immer Sonderkosten für extra feine    adrette    Kleidung auferlegte und mir jedes Mal als Spießrutenlaufen vorkam , weil ich nicht die Selbstverständlichkeit besaß mich herausstellen zu lassen . Im dritten Schuljahr<br />
wenn es nicht schon im zweiten war<br />
habe ich dann bewusst (?)  gekniffen , Übelkeit vorgetäuscht und den Hayo (?)  zu dessen Jubel die Auszeichnung tragen lassen . Es ist nicht das letzte Mal gewesen , das ich vor einer Auflage<br />
oder einer Auszeichnung<br />
gedrückt habe .<br />
Neben dem Stolz auf besonderes Hervortun war das zweite Band das meine Familie etwas zusammenhielt die Fürsorge um den kleinen Bruder . Warum er , anders als in anderen Familien auch , betont wurde , ist mir nicht klar . Mir fallen nur noch Erinnerungen ein , an denen mir deutlich wird , das ich die besondere Fürsorge der Eltern für ihn teilte . Als bei einer Ami-Hochzeit in unserer Straße Eis für die Kinder verteilt wurde , wie froh war ich da , für ihn auch eins ergattern zu können und zu sehen wie es ihm schmeckte .<br />
hier fehlt das Pech damit<br />
Auch sonst hatte ich die Rolle ihm zu zeigen was ich schon wusste , ihn zu betreuen . Diese Beziehung war nicht frei von Eifersucht über die Bevorzugung , die er erfuhr . Mit anzusehen , dass er nie geschlagen wurde , mehr Zuneigung erfuhr , setzte sich bei mir manchmal in hässliche kleine Aktionen um , wie Sand in sein Badewasser zu werfen , wofür ich die ‚gerechte’ Strafe denn einsteckte und das Spiel vom guten und dem schlechten Sohn auf meine Weise bestätigte .<br />
In dieser Szenerie habe ich acht Jahre in Eschwege , einer oberhessischen Kleinstadt , gelebt . Das Schönste da war , als Kind die kleine und bis als junger Erwachsener sehr schöne Stadt zu erleben ,</p>
<p>auch , in der Umgebung lange und manchmal sehr aufregende (?) Spaziergänge zu machen . So habe ich hauptsächlich meinen Vater erlebt , der einige Jahre in Kassel arbeitete und jnur zum Wochenende kam und dann , wohl auch , um der Enge der Familie zu entgehen , sommers wie winters lange Wanderungen mit uns unternahm .<br />
tatsächlich ?<br />
Damals hatte ich ein Verhältnis zu einer ganz unverbrauchten und ursprünglichen Natur bekommen , wie sie sich in jenen Jahren noch anbot , das sich heute nicht mehr nacherleben lässt . Zudem war die Entdeckung einer Quelle , einer tiefen Schlucht im Wald oder einer Bergspitze von der sich weit übers Land sehen ließ , eng mit den Märchen und Sagen verbunden , die ich erst von der Großmutter hörte , dann  selber las und die ich dann in der Schulklasse wieder traf : die Rübezahlgeschichten , die hessischen Märchen und die Erzählungen von den Germanen lebten in den Wäldern , in denen wir gingen , uns oft auch verirrten oder vom Gewitter überrascht wurden .<br />
Dieser ganze Zusammenhang in dem das phantasievolle Kind stark lebte ist mir durch zwei Geschichten verleidet worden : Da soll es einen Raubmörder gegeben haben , den Wirrwar , der sich in den dichten Wäldern<br />
‚meinen Wäldern’<br />
an der DDR – Grenze versteckt halten sollte . Er wurde in erschreckenden Worten auf uns Kinder gehetzt , wenn wir nicht folgten und die Angst von ihm im Wald gestellt zu werden lief dann immer hinter mir her .<br />
Das andere war , als ich mit siebzehn (?) oder so meinen ersten Lehrer einmal in Eschwege besuchte , er beim Cognac ins Schwadronieren geriet und begeistert erzählte , wie er in den Kriegsjahren bei Weihefeiern junge Leute auf Stalingrad vorbereitet hatte . Das hat schlagartig meinen Kinderträumen einen Schlag   Stoß   versetzt , die Traumwelt in eine politische Perspektive eingesetzt und mir bestimmt geholfen , wenigstens etwas erwachsener zu werden .<br />
In meinen Schulferien wurde ich manchmal zu Verwandten gebracht . Statt in einer kleinen Wohnung lebten die in Häusern , hatten Autos und konnten sich und ihren Kindern Vergnügungen leisten , von denen ich noch kaum etwas gehört hatte . Das fand ich nicht das Wichtigste . Am meisten staunte ich über die ruhige Freundlichkeit , die in diesen Familien herrschte , dass die Eltern nett und zärtlich zueinander waren , die Kinder ernst genommen wurden , nicht einmal verwöhnt aber um ihre Meinung gefragt wurden . Für meine Cousins war ich immer Klein – Doofi vom Land , weil ich mit ihren elektrischen Eisenbahnen nicht umgehen konnte und auch sonst meinen Mann noch nicht stellte , ich hatte noch nicht einmal geraucht und die ‚schmutzigen Witze’ der Achtjährigen</p>
<p>jagten mir manchen Schauer über den Rücken . Wenn ich dann meine frischen Weisheiten zu Hause an den Mann brachte , wurde mir die Geltung der eigenen Normen in meiner Familie verdeutlicht . Auf diese Weise habe ich früh eine Ahnung von zwei Welten bekommen : die eine war meine eigene , eng und ich beengt in ihr , die andere war draußen , wo die Menschen sich freier bewegen konnten , mit schönen Gegenständen umgingen . Die Widersprüche im Großbürgertum und was es heißt , unterm Konsumzwang zu stehen um sich in der ‚Gesellschaft’ zu bestätigen , diese Feinheiten habe ich erst später mitbekommen . Damals hat sich ein dumpfer Zorn auf meine eigenen engen Verhältnisse in mir entwickelt , dass ich ohne gefragt worden zu sein , in Verhältnisse hineingeboren war , die mich unterdrückten , mir  nicht erlaubten , Dinge zu tun und zu haben , die ich wollte .<br />
Dieser Zorn darauf , dass andere es besser hatten , was wenigstens äußerlich auch stimmte , blieb schweigsam ; mich hat etwas davon abgehalten , ihn direkt und offen und persönlich gegen meine Eltern zu wenden . Wahrscheinlich die   aus   Angst vor ihrem Zorn , vielleicht auch die Ahnung , dass sie nur bedingt an ihrer Lage schuld waren . Hätte ich meine Wut ausgeübt , hätte ich damals die besten Lehrjahre als Rebell machen können – sie kamen später .<br />
Rainer – ein merkwürdiger Rebell<br />
Wir zogen nach Kassel , als ich acht war . Der Einschnitt brachte für mich Möglichkeiten mich meiner Familie zu entziehen . Ich stieß auf andere Jungen , mit denen ich Indianer spielen konnte und durch die Straßen zog . Das waren die schönen Zeiten als Freddy Quinn aufkam , Elvis Presley in Deutschland bekannt wurde<br />
das ist ein Zeitsprung , Anachronismus<br />
und wir ihre Schnulzen in unserem Zelt hörten und Sauerampfertabak qualmten .</p>
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		<title>Das Großmutterkind</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 13:57:38 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin ein Mutterkind gewesen . Und ein Großmutterkind . Alles zu  seinen Anteilen . Am längsten und einwirkungsvollsten war ich natürlich das Kind meiner Mutter . Von meiner Großmutter wurde ich mit acht Jahren getrennnt , weil wir in &#8230; <a href="http://rainergerhard.wordpress.com/2011/04/13/das-grosmutterkind/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rainergerhard.wordpress.com&amp;blog=1572861&amp;post=90&amp;subd=rainergerhard&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin ein Mutterkind gewesen . Und ein Großmutterkind . Alles zu  seinen Anteilen . Am längsten und einwirkungsvollsten war ich natürlich das Kind meiner Mutter . Von meiner Großmutter wurde ich mit acht Jahren getrennnt , weil wir in die nächste größere Stadt gezogen sind .</p>
<p><span id="more-90"></span>Ins Freie , in die Straßen der Kleinstadt und dann in die Umgebung haben mich die Großmutter und der Vater geführt . Mit meinem Vater habe ich noch sehr jung , gleich nach dem Krieg , anstrengende und  rabiate Versorgungsfahrten mitgemacht . Er hat mir dabei viele Dinge in der Natur erklärt :  Was noch ?</p>
<p>Ich bin ihm ein früher Arbeitspartner gewesen , weiß nicht , ob mich das ebenso mit Stolz erfüllt hat wie die alltäglichen kleinen Hilfen , die ich meiner Mutter leistete .<br />
Nur dass die Gänge mit meinem Vater etwas von Abenteuer hatten und mit der Natur der Jahreszeit bis zum Pilze suchen im Schlierbachtal . Das Gewitter an der Werra bei Wanfried .<br />
Mit Stolz oder Befriedigung ist das alles nicht verbunden gewesen . Das machte : meinem Vater ist nichts Rechtes gelungen , und ich bin regelmäßig davon Zeuge gewesen , nämlich von der kaum versteckten Verachtung , mit der die Bekannten meinen Vater behandelt haben .<br />
Mal war die Fuhre Holz die wir abholen sollten und passte nicht auf unsere Handkarre . Mal passten die er für seinen klapprigen Drahtesel kaufte nicht ans Rad . Und zu oft redete er mit den Menschen die wir so trafen zu albernes Zeug und sie reagierten befremdet . Ich hätte ihn dann am liebsten immer fortgezogen . Mmein Vater war also nicht der Mann : über den andre sich freuten , wenn sie ihn trafen . Ihr ‚na Herbert’ klang so einordnend , abschätzig . Nur muss das in einer Konfrontation mit diesen sturen Nordhessen nicht unbedingt etwas heißen , bezeichnet aber die atmosphärischen Wellen die ihn umgaben und beschreibt meine frühen irritierten Wahrnehmungen .<br />
Mein Vater lebte etwa drei Jahre in unserem Haushalt mit und dann ging er für Jahre nach Kassel arbeiten , war Wochenendpendler . In dieser Zeit ich war etwa vier bis acht Jahre alt , bin ich am Band krank gewesen . Das heißt nicht , ich wäre jahrelang im Bett gelegen , aber ich war sehr oft krank , wenn er zu Besuch kam . Und oft , wenn ich morgens aus meinem Fieber aufwachte , lag auf dem Schemel neben meinem Lager etwa eine kleine Plastikfigur , Sanellareklame der Zeit . Oder ein rotbäckiger Apfel . Oder ein Sanellabild , an dem ich buchstabieren lernte .<br />
Und später Bücher , angeschmuddelte , zerlesene Exemplare , vielleicht aus einer Kasseler Leihbibliothek , die waren mein liebstes . Und diese Bücher , wenigstens die an die ich mich noch erinnere , gehörten zu meinen intensivsten Erlebnissen . Indianergeschichten , von einer Art , die mich in das Leben der Indianerkinder einführten , Lederstrumpf , Tecumseh von Steuben und dann leider Karl May , das kam später . Ich habe damals in diesen Büchern gelebt , ich war Waschäquonesin oder Chingachgok , später war ich Old Shurehand . Zu der Funktion die diese Bücher für mich hatten , das eigentliche Leben zu sein , gehörte die gefräßige Gier mit der ich mir an ihnen die Backen rot und die Augen wund gelesen habe . Waren doch noch<br />
in den tieftraurigsten Indianerbüchern die beiden Existenziale enthalten , die mir in meinem Leben fehlten .<br />
Auseinandersetzung und happy end<br />
Die Bücherfiguren setzten sich mit ihrer Umwelt auseinander . Kraftvoll , noch nur mit einem Stein in der Hand oder mit Klauen und Zähnen , kämpften die , und am Ende ging es ihnen nimmer gut aus , wenigstens moralisch , weil sie sich für eine gute Sache eingesetzt hatten .<br />
In meinem späteren Alltagsleben ist das weiß Gott anders gewesen . Da konnte von Möglichkeiten nicht die Rede sein , die auch nur annähernd an Erlebnisse herangekommen wären , wie auf einem Zossen dahin zu jagen , Kämpfe zu bestehen oder in den eiskalten Wassern den rotgebrannten Leib zu kühlen . Ich bin als magerer Eratz in dieser Zeit zum Sammler geworden . Steine Schnecken Rinden bildeten meine ersten Arsenale denen später Münzen Briefmarken Postkarten Reklamebilder und um vieles später eigene Bücher Fotos und Frauen folgen sollten .<br />
Neben diesen Gaben hatte ich von meinem Vater aber so gut wie nichts . Da waren die Sonntage an denen er zu Besuch war . Da durften wir (?) Kinder oft (?) zu ihm ins Bett krabbeln und dieser Mann roch eigenartig fremd , warm aber eigentümlich modrig und nach Zigarren . Dann kamen die Spaziergänge am Sonntagvormittag (?) , immer durch die Rückseite der Stadt , durch Felder und Gärten , meist endeten sie an seinem alten Arbeitsplatz , wo sich alte Loks besteigen ließen und wir in den vertrümmerten Flugzeughallen toben konnten .<br />
Konnten wir das ? Toben ? Der Flugplatz hatte nach Hermann Göring geheißen , wie auch unsere Straße<br />
Ich kann mich aber , wenn auch später , an Gespräche wie auf unseren langen Hamsterzügen nicht erinnern .<br />
Aber vielleicht steht da meine Wahrnehmungsstumpfheit gegen seine Ausdrucksunlust .<br />
Es gibt aber kein erinnerbares Erlebnis in dem mein Vater je etwas Entscheidendes in die Gänge brachte , etwas Schönes mit uns Kinder machte , etwas anregte etwas durchsetzte etwas veränderte . War er da hielt er sich auf wie der Schatten seiner selbst . Ein Mann ohen Eigenschaften . Außer einer : der Peinlichkeit , unserer Mutter nichts recht machen zu können . Das Geld das er heimbrachte war immer zu wenig . Im Winter reichten Holz und Kohle nicht zu . Er achtete nicht auf Kleidung und Haltung . Unsere Mutter hatte schon früh einen Negativmythos gegen ihn aufgebaut , darin mit ihrer Mutter ganz einig , gegen den er anzugehen er nicht Manns genug war . Und seine Arbeitsposition , das wenige Geld das er verdiente oder abgab , gaben ihm auch kein Recht dagegen aufzutrumpfen .<br />
Wenn ich hier einen Vorgriff mache auf meine Pubertät , dann um das Bild dieser vagen Erscheinung zu festigen .<br />
Als ich mit der pubertären Erwartung später an ihn herangetreten bin , er könnte sich mir einmal darstellen preisgeben , über seine Vergangenheit , seine Jugend reden , über seinen Vater auch , den ich liebte aus einer gewissen Distanz – diese Erwartung ist enttäuscht worden . Wir waren viel zusammen in jenen Jahren , haben gemeinsam einen Garten bestellt , haben uns auf Baustellen verdingt , haben für andere Leute Fuhren besorgt<br />
don’t know<br />
aber bei all diesen langen Wegen und Zeiten kamen keine Antworten , da war nur einstumpfes Beisichselbstbleiben , verziert mit einigen sehr oberflächlichen Sprüchen Phrasen . Und die einzige ernsthafte Diskussion , die ich etwas später noch einmal versuchte , über meine mögliche Zukunft , Berufsmöglichkeiten , Abi ablegen oder nicht , hat er mit absolut dummen Sprüchen verweigert .</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/rainergerhard.wordpress.com/90/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/rainergerhard.wordpress.com/90/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/rainergerhard.wordpress.com/90/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/rainergerhard.wordpress.com/90/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/rainergerhard.wordpress.com/90/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/rainergerhard.wordpress.com/90/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/rainergerhard.wordpress.com/90/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/rainergerhard.wordpress.com/90/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/rainergerhard.wordpress.com/90/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/rainergerhard.wordpress.com/90/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/rainergerhard.wordpress.com/90/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/rainergerhard.wordpress.com/90/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/rainergerhard.wordpress.com/90/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/rainergerhard.wordpress.com/90/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rainergerhard.wordpress.com&amp;blog=1572861&amp;post=90&amp;subd=rainergerhard&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Und die Mutter blickte stumm</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 19:53:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gerhardhugo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigene Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Und die Mutter blickte stumm . . . Keine Szene im Land verbreiteter als der häusliche Mittagstisch . Er ist die zähe Wiederholung des Immergleichen , die Vervielfältigung im Unendlichen zur gleichen Zeit überall – alles trägt zur eisernen Stabilität &#8230; <a href="http://rainergerhard.wordpress.com/2011/04/12/und-die-mutter-blickte-stumm/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rainergerhard.wordpress.com&amp;blog=1572861&amp;post=84&amp;subd=rainergerhard&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p><strong>Und die Mutter blickte stumm . . . </strong></p>
</div>
<p>Keine Szene im Land verbreiteter als der häusliche Mittagstisch . Er ist die zähe Wiederholung des Immergleichen , die Vervielfältigung im Unendlichen zur gleichen Zeit überall – alles trägt zur eisernen Stabilität des Vorgangs bei und höhlt ihn aus , denn er es ist ein Zwang .<span id="more-84"></span></p>
<p>In dem die wilden Mechanismen herrschen : Arbeit Herrschaft Disziplin</p>
<p>Die Mechanismen sind alt und steinern : die Mutter hat gekocht , das Essen geplant , das Gericht gewählt und nach Regeln zubereitet , die sie in ihrer Jugend erworben hat . So wird gegessen , was wie vor seit dreißig Jahren gegessen wurde . An jedem Gericht ist die Spur erkennbar , die in so ferne Zeiten führt   die in jene fernen Zeiten führt . Und das bezeugen nicht nur die Soßen dick eingebunden und aus jener Mehlbrenne stammend , die nun alles was dazwischenlag überdauerte (Weimar Inflation Krise Faschismus Krieg Wirtschaftswunder) . Das bezeugt auch die Klassizität der Gerichte .</p>
<p>Die Speisen liegen am unteren Rand des Durchschnittkonsums jener Jahre . Die eigentliche Fresswelle erreichte diese Küche nicht . Deshalb konnte auch keine Freude aufkommen , bewies das Essen in seiner täglichen Wiederholung doch nur die finanzielle Stagnation Enge Beengtheit . Kein Stolz auf das Erreichte , keine Freude Über Fortschritt und Aufstieg  „wir können uns etwas leisten“  , keine Entwicklung .</p>
<p>Und so auch in Mienen Gestik Verhalten . Als säße der steinerne Gast mit am Tisch . So drückte das Schicksal die Zeit die Menschen auf die Stühle . . .  als hätte das  Schicksal</p>
<p>Bei Tisch herrschte die Mutter . Nicht nur als die Köchin deren Arbeitsbelastung Dank und Anerkennung forderte sondern mehr als deren Opfer im Schweiß mit roten Backen und erschöpft übte sie ihre Herrschaft aus und verlangte streng die ausschließliche Zuwendung aufs Mahl , das sie als Opfer   ihrer selbst   vor die Familie gebracht hatte  und auf sie   sich   als Mutter in ihrer Tretmühle . Die Hausarbeit als tägliches Martyrium der Frau und Mutter anzuerkennen , das war die geforderte Hausreligion . Diese Religion war heidnisch die Mutter Vitzliputzli und die Misere die eigentliche oberste Gottheit . Die Mutter als Hohepriesterin  ihre Unterweisungen und Anordnungen unerbittliches Gesetz .</p>
<p>Deshalb war Genuss am Essen so undenkbar wie eine Kritik daran .</p>
<p>„Gericht“  und  „Gericht“</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/rainergerhard.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/rainergerhard.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/rainergerhard.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/rainergerhard.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/rainergerhard.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/rainergerhard.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/rainergerhard.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/rainergerhard.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/rainergerhard.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/rainergerhard.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/rainergerhard.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/rainergerhard.wordpress.com/84/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/rainergerhard.wordpress.com/84/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/rainergerhard.wordpress.com/84/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rainergerhard.wordpress.com&amp;blog=1572861&amp;post=84&amp;subd=rainergerhard&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Adorno Notizen</title>
		<link>http://rainergerhard.wordpress.com/2011/03/16/adorno-notizen/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Mar 2011 16:31:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gerhardhugo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigene Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Texte über Adorno]]></category>

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		<description><![CDATA[1. Adorno &#8211; als Typus &#8211; ist in seinen Widersprüchen gewissermaßen ein Rätsel geblieben, zwischen veröffentlichter Theorie , öffentlichem Bild und veröffentlichter  Meinung . a)    Sein emphatischer Bezug zu Auschwitz hat ihn nicht zum integralen Juden gemacht – Gegenfigur zu &#8230; <a href="http://rainergerhard.wordpress.com/2011/03/16/adorno-notizen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rainergerhard.wordpress.com&amp;blog=1572861&amp;post=73&amp;subd=rainergerhard&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1. Adorno &#8211; als Typus &#8211; ist in seinen Widersprüchen gewissermaßen ein Rätsel geblieben, zwischen veröffentlichter Theorie , öffentlichem Bild und veröffentlichter  Meinung .<span id="more-73"></span></p>
<p>a)    Sein emphatischer Bezug zu Auschwitz hat ihn nicht zum integralen Juden gemacht – Gegenfigur zu Scholem<br />
vgl. die Einschätzung von H. Arendt</p>
<p>ergreift auch nicht Partei für die verfolgten Dichter -Bücherverbrennung 10.5.33? Sein Diktum ist frech / obstinat gegenüber den Exilautoren, die selbstverständlich in Deutschland wieder gedruckt werden wollten. Er sagt: ihr sollt jetzt – nach Bücherverbrennung, Verfolgung, nicht mehr dichten: Kästner / Herrmann &#8211; Neiße??? / Nelly Sachs / Hilde Domin</p>
<p>b)    Die Rettung jüdischer Impulse hat er nicht zu seiner Sache gemacht<br />
•    Gertrud Kolmars Werk hätte nahe gelegen -Rettung eines jüdischen Werks, Demonstration des literarischen Ranges, Bewährung einer quasi verwandtschaftlichen Beziehung<br />
•    Er bemüht sich &#8211; erstaunlich spät – um R.<br />
Borchardt / Vorwort zu den Gedichten, Frage nach dem Nachlass / Brief im Katalog</p>
<p>c)    In den „Prismen“ statuiert er &#8211; wesentlich konsequenter als andere &#8211; eine Art Epochenbruch:<br />
Auschwitz als Bruch: fraglich nur, wie deutlich oder nur andeutungsweise er das ausführt.</p>
<p>d)    Er hält sich aber nicht an diese Vorgabe. Gewissermaßen ein vergessenes Motiv &#8211; auch wenn es in Abständen immer wieder auftaucht (vgl. Claussen ). Ein vergessenes Motiv &#8211; das ist aber selber ein mythologisches Motiv – „Vergiss das Beste nicht“ &#8211; woher kommt das?</p>
<p>Motiv des Vergessens &#8211; Odysseus bei den Lotophagen</p>
<p>Adorno ungebrochen –<br />
•    „Lyrik und Gesellschaft“ 1957 ?<br />
•    „Vorwort zu Borchardt“ 1967, ein erstaunliches Datum</p>
<p>Lyrik und Auschwitz taucht erst wieder in der N.D.  auf, nichts zurücknehmen, aber mit einer Wendung zum Ontologischen (Lyrik nicht mehr möglich) und mit einer erklärenden Variante („dem Brüllen Ausdruck zu verleihen“?)</p>
<p>2. Status der Emigranten</p>
<p>Nein, es kommen keine Sieger zurück, und sie kommen ohne großartiges Programm, ohne großen Plan . Vergleich mit den Argonauten .</p>
<p>Die Perspektiven, mit denen H. nach Deutschland zurück will, unterscheiden sich auch nicht wesentlich von kulturellen Absichten Deutscher (vgl. Riedel über den alten Meinecke und seine Goethegesellschaften) .</p>
<p>Zwar: Horkheimer plant, wenn auch im stetigen Hin und Her (Memoranden mit Pollock / die immense Aussagekraft dieser Memoranden). Er ist das Institut.</p>
<p>Er ist das Institut, besonders deutlich im Abschied von Felix Weil (Brief 1945) .</p>
<p>H. plant und plant &#8211; nachzulesen im Briefwechsel -und in den Briefen ist über A. nichts zu lesen, außer einigen mesquinen Äußerungen der H.-Gattin über A.s chronische Unzuverlässigkeit und Narzissmus .</p>
<p>Dem entspricht die Einschätzung der H. – Gruppe nach 1933, eine Stelle in Benjamins Briefen 1935 belegt das („Sie stoßen jetzt wieder zum Institut“, 7.2.35/6)  .</p>
<p>Grenzlinien zur Rückkehr Horkheimers: möglicher „Harm“ der Eltern (18/487) und amerikanische Staatsbürgerschaft.</p>
<p>3. Gerade solche Gedichte, die gern zum Beweis des Gegenteils, zur praktischen Widerlegung von Adornos Diktum herangezogen werden, haben einen hohen Grad an Peinlichkeit &#8211; nach dem Motto: geht doch. Im edlen Ton.</p>
<blockquote><p>Besonders: Celans &#8222;Todesfuge&#8220;, die keine Fuge ist, sondern Reihentechnik, gleichsam seriell gefertigt.</p></blockquote>
<p>Peinlich vor allem in der Lesung des Autors, das Gedicht und vor allem der Vortrag überhöhen das Leiden ästhetisch, und: sie nennen beide das Leiden nicht beim Namen.</p>
<p>Die &#8222;Todesfuge&#8220; &#8211; ein negativer Hymnus &#8211; negative Feier &#8211; schwarzes Fest der Worte</p>
<p>Vom Leiden kein Wort &#8211; nur Metaphern.</p>
<p>Wirklich gruselige Metaphern: seit E A. Poe im Gebrauch &#8222;Schatten&#8220; und dazu die Lesung H. Müllers in Goebbels .</p>
<p>Celan zelebriert das Gedicht.</p>
<p>Assoziation: &#8222;Wie wenn am Todestage&#8220; &#8211; von wem ist das???</p>
<p>4. Liberalismus:</p>
<p>Adorno hat in den MM??? den Liberalismus in Schärfe kritisiert. Diese Kritik bleibt aber an der Oberfläche möglicher Begriffe. &#8222;Gleichheit als Versprechen&#8220;, &#8222;Gleichheit&#8220; nicht als reales Maß &#8211; 2 Fundstellen .</p>
<p>Borchardt: Die unbekannteste Schrift A.s ist seine Einleitung zu einer Auswahl von Gedichten Rudolph Borchardts . B. wiederum ist einer der vergessensten Autoren der ersten Jahrhunderthälfte. Deutscher, deutscher Jude, politisch konservativ bis reaktionär, früher Emigrant nach Italien, Dante-Übersetzer (mein bibliografischer Superwunsch), ohne jüdische Assoziationen ins Werk einzuschreiben, eher auf der Flucht vor seiner jüdischen Abstammung (darin wie Gundolf) &#8211; was noch??? Vita???</p>
<p>Die politischen Optionen B.s spielt A. herunter, er lässt sie unterbelichtet &#8211; sein Darstellungsschema ist ein undialektisches Zwar / Aber.</p>
<p>A. schlägt sich in der Präsentierung B.s auf die positive Seite &#8211; und das ist die Sprache, B.s Spracherneuerung &#8211; B. als „Organ&#8220; der Sprache</p>
<p>Das ist reiner Idealismus der Wahrnehmung und Darstellung.</p>
<p>Damit übernimmt A. den Ansatz der Sprachkritik der deutschen Jahrhundertwende: Hofmannsthal &#8211; Chandos-Brief  / Rilke  / Sprachkrise / Sprachzerfall / Zerstörung der Sprache durch Kommunikation (Presse) und Markt &#8211; das ist aber die Plato &#8211; Kritik am Markt noch einmal.</p>
<p>Äußerst interessantes Problem: die Marktkritik von Plato und die von Marx zu vergleichen und die Einflüsse auf die K.Th. und auf Adorno abzuwägen .</p>
<p>5. Slapstick:</p>
<p>Die Liste von Verdikten ließe sich verlängern: bei den Grünen gäbe es genug Material: Weg mit&#8230; usw. Die Liste subjektiver Verbote von allem Möglichen ließe sich beliebig verlängern. Verbot von AKWs, von Kampfhunden usw.</p>
<p>Will sagen: subjektive Verdikte haben einen utopischen Materialwert, einen schlecht utopischen; die Rückseite ist die Lächerlichkeit.</p>
<p>6. Nominalismus:</p>
<p>Die &#8222;weichere&#8220; Alternative zu Adornos Verbot könnte heißen: schafft nicht Lyrik nach dem konventionellen Muster. Lyrik -wie wir sie kennen -ist unmöglich  geworden. Schafft neue Werke. Nominalismus  heißt: es kommt nicht auf die Gattung Lyrik an, sondern auf die einzelnen Werke / Produkte. Produziert Texte außerhalb der obligaten Formen. Schreibt nicht mehr wie Benn / Brecht, deren Gedichte A. ohnehin obsolet waren.</p>
<p>Texte als Parias der tradierten Formen.</p>
<p>Ausdruck ohne Form &#8211; außer der, die ihren emotionalen Impulsen Ausdruck verleiht.</p>
<p>Und die interne Auskunft: Benn  &#8211; ohne materialistischen Hintergrund: Benn formuliert ein extrem selbstkritisches Resümee.</p>
<p>Vielleicht seien ihm ganz wenige Gedichte gelungen .</p>
<p>7. Zentrum von Kulturkritik:</p>
<p>An dem schlechten Zustand der Natur, der Sitten, der Gesellschaft sind die Menschen selber schuld. Die beklagten Zustände sind nicht Ergebnisse der gesellschaftlichen Entwicklung, sondern Ergebnisse von veränderten Einstellungen der Menschen.</p>
<p>Stichwörter: Verfall von Moral, vor allem der Sexualmoral, Nivellierung von Werten, Vermassung, Verlust von Individualität, &#8230;</p>
<p>Den Menschen wird vorgeworfen, dass sie ihren Trieben folgen, sexuellen Impulsen und dem Gewinnstreben. Dass sie sich ökonomisch am Leben erhalten wollen, verdienen wollen, Lust haben wollen &#8211; wird ihnen zum Vorwurf gemacht.</p>
<p>Lohn / Profit</p>
<p>Dabei werden die Interessen der einfachen, damals besitzlosen Menschen und die der besitzenden gleich gesetzt / in eins gesetzt: die Differenz der gesellschaftlichen Stellung wird eingeebnet. Verdienst und Profit werden identisch gemacht. Die Markbeträge an Stundenlohn und die Millionen Gewinne seien das gleiche Motiv / Movens der kulturellen, moralischen Nivellierung.</p>
<p>An der Stelle ist Kulturkritik einfach dumm, kenntnisarm .</p>
<p>Alles andere als dumm ist die Kritik der Konservativen am Fortschritt . Dass die industrielle Entwicklung ein positiver Wert sei, dass die Entfaltung der Produktivkräfte gleich sei mit dem Glück der Menschen und einer Verbesserung der Natur, diese Selbstverständlichkeit des 19. Jahrhunderts, wird denunziert. Dem folgt A.</p>
<p>Ökonomisch / sexuell / sittlich / ökologisch</p>
<p>Während Lohn / Einkommen und Profit in eins gesehen werden, werden Geist und Gesellschaft, Kultur und Zivilisation gedanklich getrennt.</p>
<p>Getrennt, um eine Hierarchie geltend zu machen: der Geist als das Höhere, Zivilisation als niedrig. Und das ist ein archaisches Prinzip: Platonismus .</p>
<p>In der konservativen Kulturkritik</p>
<p>die Position Valerys?</p>
<p>Es gibt es zwei ungleiche Positionen: gegenüber dem vermeintlichen Zerfall in der Sphäre der Zivilisation</p>
<p>Zerfall der Familie als gesellschaftliche Tendenz / Kulturkritik sieht das als Sittenzerfall / die unmoralischen Familien zeugen zu viele zu zufällig gezeugte Kinder &#8211; Degeneration</p>
<p>Die Nazis übersteigern dieses Motiv an den Familien Behinderter / sie praktizieren dieses Motiv konsequent.</p>
<p>Trotzig wird die höhere Wertigkeit und Überzeitlichkeit von kulturellen / sittlichen Werten behauptet. Eigentlich ist das schon Resignation.</p>
<p>•    Es gibt aber auch die metaphysische Reaktion: der Geist, eine weltanschauliche Mentalität / Position / Position l Lage bewirke geschichtliche, gesellschaftliche, wissenschaftliche Veränderungen, also Fortschritt .</p>
<p>Soweit ich sehe: wird von Freund und Feind Gesellschaft und Zivilisation identisch gesehen. ???</p>
<p>Das muss nicht stimmen. Suche nach den Differenzen .</p>
<p>Der letzte Abschnitt ist gedanklich unklar</p>
<p>Wichtiger Unterschied zwischen beiden Positionen: der Begriff Zivilisation fasst jeweils etwas anderes -bei Heidegger fasst der Begriff Zivilisation selbst noch etwas Geistiges / Kulturelles, das ist mir nicht klar.</p>
<p>8. Bestimmte Negation</p>
<p>A.s Diktum formuliert sich auf einer moralischen Ebene &#8211; Hygiene. Ästhetisch ist es nicht hergeleitet.</p>
<p>Aber die Herleitung aus ästhetischen Gründen wäre eine wichtige Interpretation.</p>
<p>Moralisch bedeutet<br />
•    Elemente wie Scham, Schuld, Trauer führen zum Verzicht<br />
•    Es zielt auf Verzicht, auf freiwilligen, einsichtigen Produktionsverzicht &#8211; ästhetische Askese<br />
•    Die kontrollierende Instanz wäre die Mobilisierung einer kritischen Öffentlichkeit und die Diskriminierung der unverdrossenen Weiter -so &#8211; Lyriker.<br />
•    Kollektiv &#8211; Schuld – These</p>
<p>Die Argumentation auf der moralischen Linie sieht etwa so aus: die Judenvernichtung ist so gewaltig und furchtbar, dass sie sich nicht umgehen lässt. Es kann nach dem Massenmord keine harmlosen Gedichte mehr geben. Die Kultursphäre, der Gedichte in einer eminenten, emphatischen Weise angehören, ist durch die Ereignisse in den KZs geschädigt, zerstört. Kultur &#8211; ohnehin Schein &#8211; hat ihre Kraft und ihre Legitimation verloren. Ihre Legitimation mag einmal im Vorschein eines besseren Lebens bestanden haben. Vorbei &#8211; die einzig angemessene Reaktion wäre das Verstummen.</p>
<p>Das Problem an dieser Argumentation: warum das Verdikt nur für Gedichte gelten soll. Warum nicht für die anderen literarischen Gattungen &#8211; warum nicht für die musikalische Produktion?</p>
<p>A. begleitet Literatur nach 45 kritisch, aber nicht generell ablehnend?????</p>
<p>9. Kritische Methode</p>
<p>Vor der Kritik A.s an der Kultur ist die Kultur nicht zu retten. A.s Kritik ist triftig. Der Ansatz dieser Kritik ist allerdings nicht neu: Marxismus .</p>
<p>Differenzen von Marx und Adorno</p>
<p>Klassischer Kapitalismus            Monopolkapitalismus<br />
Konkurrenz                    Kartell<br />
Private Kultur – Produktion        Kulturindustrie<br />
Ideologie als Klassenideologie        Ideologie des Ganzen?<br />
Das Ganze als Ideologie            Kultur als nationale Weltkultur</p>
<p>Zur Einschätzung von Kultur aus Marx :</p>
<p>Für Adorno extrem wichtig: sein Bezug auf den Tauschwert, auf das Tauschwert &#8211; Kapitel .</p>
<p>Aber die Differenz ist wichtig: Wo Marx von einer systemimmanenten Krise spricht, deren negative Elemente in eine neue positive gesellschaftliche Existenzweise umschlagen müssen (wenn die Theorie Recht behält): Die Expropriation der Expropriateure. Bei A. heißt es schon: Die vollends entfremdete Welt, das Ganze ist das Unwahre, ohne Umschlagpotentiale, es herrscht der Bann übers Ganze. Es gibt keine Lösung / keine Erlösung mehr.</p>
<p>Dazwischen kommt das Motiv Benjamins: Erlösung</p>
<p>Zwei Ergebnisse der Kultur &#8211; Kritik bei Marx:<br />
Den „freien&#8220; Produzenten gibt es nicht „Geist&#8220; als Reflex der materiellen Produktion</p>
<p>Anders: gibt es eine Marx &#8211; Kritik bei A .</p>
<p>Der Kulturkritik &#8211; Artikel der &#8222;Prismen&#8220; beruht auf Einsichten der DdA und der MM, zielt eher auf deren Verbreitung / Popularisierung und bringt keine neuen Reflexionen.</p>
<p>Verhältnis des Artikels zur Theorie Marx&#8217; ?</p>
<p>10. Kritik an Adorno:<br />
Benjamins &#8222;Rettung der Induktion&#8220;. Mit Erfahrung hat A. nur in einem sehr eingeschränkten Sinn zu tun</p>
<p>Dazu Benjamins &#8222;Überzeugen ist unfruchtbar -das hatte Benjamin, der große Kritiker, den Kritikern ins Stammbuch geschrieben.</p>
<p>Totalisierende Kritik:</p>
<p>Der Begriff Kultur wird mit seinem Gegensatz in Verbindung gebracht. Mit dem gesellschaftlichen Leben, mit Gesellschaft. Kultur als Reich geistiger Freiheit wird als Entgegengesetztes, Abgehobenes als Teil dessen demonstriert, von dem es sich absetzt.</p>
<p>Das hieße, in Kultur Mechanismen wieder zu finden, die sich in der Gesellschaft durchgesetzt haben -Selbstbehauptung, Konkurrenz&#8230;</p>
<p>Platon &#8211; im &#8222;Staat &#8220; &#8211; hatte die Sphären der Ideen und der Gesellschaft institutionell getrennt &#8211; mit dem Akzent einer kräftigen Kritik am Geschäftsleben.</p>
<p>A. holt die kulturelle Sphäre wieder in Gesellschaft zurück &#8211; aber wenig konkret: Und methodisch: durch Analogien. Etwa: die Instrumentierung wird auf industrielle Vorgänge bezogen .</p>
<p>A. beschreibt eine Kultur (als Kategorie), die sich von Gesellschaft entfernt habe &#8211; Abgehobenheit, Arbeitsteilung</p>
<p>Fraglich, wie realistisch diese Darstellung ist.</p>
<p>Engagierte Kultur (Brecht / Sartre) will auf Menschen wirken, Bewusstsein verändern, Einstellungen manipulieren? transformieren? Choks?</p>
<p>Da wäre man im Bereich Wirkungsästhetik<br />
Konkurrenz ist eins der stärksten und verschwiegensten Motive A.s – und der KTh im Ganzen</p>
<p>Die Bedeutung dieser Notiz ist unklar. Vielleicht soll sie sagen: die KTh ist noch auf einen veralteten Status von Produktion verpflichtet. Vielleicht: Konkurrenz hat mit Barbarei einiges zu tun . Vielleicht: Konkurrenz ist die moderne Form archaischer Antriebe &#8211; aber all das wäre nichts Neues.</p>
<p>Wichtig wäre zu zeigen. wie Barbarei / Gewalt auf der neuesten gesellschaftlichen / industriellen Stufe realisiert wird .</p>
<p>11. Barbarisch</p>
<p>Barbarisch ist noch am ehesten eine moralische Kategorie. Sie bezeichnet eine Un-Form des Umgangs zwischen Menschen. Im &#8222;Wörterbuch des Unmenschen&#8220; ist daher das Stichwort &#8222;Behandlung&#8220; sehr wichtig.</p>
<p>Adler  hat aus diesem Stichwort eine wuchtige Abhandlung gemacht. Und zur Behandlung von Menschen durch Menschen lagen zu der Zeit die Protokolle des Nürnberger Prozesses vor &#8211; vor allem des Ärzte &#8211; Prozesses. Darauf hatten Kogon  und Mitscherlich  ihre Ausarbeitungen aufgebaut .</p>
<p>Welche KZ-Literatur wird um 1950 publiziert? Dazu kommt die Frage nach einer Literatur über gewaltsame Formationen, die den NS nur indirekt zum Thema macht . Stimmt die Einschätzung einer relativen Fülle von Barbarei-Literatur um 1950? Es gibt aber auch eine Literatur der Leisetreterei und Verschiebung (Jünger).</p>
<p>A. benutzt eine moralisch &#8211; praktische Kategorie, um eine ästhetische Praxis zu denunzieren. &#8222;Praktisch&#8220; schließt an Marx 11. These an.</p>
<p>Das bedeutet eine denkerische Schieflage &#8211; vielleicht ein Kennzeichen von Praxis. Es bedeutet aber auch eine Zurücknahme. Denn A. hatte noch in den MM von den Möglichkeiten einer praktischen Auseinandersetzung &#8222;geträumt&#8220; &#8211; von einer Liquidation der Täter .</p>
<p>Und damit sind wir in einer dann abgebrochenen Diskussion, die vom Ende des 1. Weltkriegs herrührt &#8211; die Abrechnung mit den Tätern durch Gewalt &#8211; ein Bürgerkriegsszenario .</p>
<p>Lässt sich dieser Vergleich halten?</p>
<p>Zum Bürgerkriegsszenario:</p>
<p>A. hat sich in den MM noch eine gewaltsame Abrechnung mit den Tätern vorstellen können, im Exil, im Traum, also kein Vorgehen aus demokratischer, institutionalisierter Gewalt. Die Nürnberger Prozesse &#8211; immerhin mit Todesurteilen &#8211; zeichneten sich noch nicht ab.</p>
<p>Dazu gibt es überraschende Parallelen: G. Benn -<br />
Der Ptolemäer, dazu die Schrift von Bense -<br />
Mauretanier und Ptolemäer<br />
E. Jüngers Tagebuch<br />
Dazu den Katalog &#8211; welchen???<br />
Meineckes Goethe -Gesellschaften (Wiggershaus /<br />
Riedel)<br />
Koeppen &#8211; Tauben im Gras und Tod in Rom<br />
Morgenthau &#8211; Plan<br />
Heidegger &#8211; Humanismus – Brief<br />
Diese Autoren  leben in einer bestimmten Tradition. Die führt auf den 1. Weltkrieg zurück.</p>
<p>Dazu kommen die Futuristen / Expressionistin / Vortizisten / Valery (gibt es auch für ihn ein Etikett?) Aus ihrem Arsenal nennt A. Borchardt später mit ästhetischer Hochachtung, den Kulturkritiker  und Reaktionär  B. schiebt A. zur Seite.</p>
<p>Ganz eigentümlich verhalten sich A.s Erschießungsphantasien zu seinen amerikanischen Demokratie &#8211; Erfahrungen und zu seinen Erfahrungen mit der amerikanischen Administration in Deutschland (McCIoy) nach der Phase der Morgenthau -Planungen (Deutschland als reduziertes Agrar &#8211; Land), selbst eine barbarische Linie.</p>
<p>So verwickelt waren die realen Verhältnisse. Keine Rede von einer Situation des Kahlschlags oder einer tabula rasa &#8211; Lage (klassisches Motiv &#8211; Horaz / Dante???). Solche Vorstellungen sind aus kulturkonservativem „Geist“.</p>
<p>Besonders klar war der Gedankengang bisher nicht.</p>
<p>12. Gewalt als Moment der Literatur</p>
<p>Ich will hier zwei Gedanken verfolgen: das Motiv der Gewalt in der Lyrik des 20. Jahrhunderts und den Beitrag der Literatur / Lyrik??? zur Etablierung der terroristischen öffentlichen Gewalt in Deutschland vor /von 1933.</p>
<p>Die Entwicklung der modernen Lyrik vor dem 1. Weltkrieg ist von Bildern der Gewalt gezeichnet / von Motiven und Bildern der Gewalt durchzogen. Mit einem Paukenschlag tritt 1912 der Berliner Expressionismus auf die Bühne &#8211; es sind Benn, Heym und Hoddis mit ihren verstörenden Bildern.</p>
<p>In dichten Bildern werden Elemente und Motive der Zivilisation vergröbert, ummontiert, zugespitzt, der Karikatur und dem Schrei zugetrieben, in einem Klima von Katastrophe, Vorkrieg und Tod erhitzt und in eine patzige grelle laute Sprache gebaut / gestellt.</p>
<p>Ein Vergleich macht den Vorgang deutlich: Richard Dehmels &#8222;Junges Mädchen&#8220; und von Hoddis&#8217; &#8222;Weltende&#8220;. Dehmels Gedicht hütet eine sensibilisierte Innerlichkeit, Hoddis krakeelt eine destruktive schwarze Phantasie. Imaginationen von einer zerstörten Umwelt und einer gequälten Subjektivität.</p>
<p>Der erste Herausgeber expressionistischer Lyrik -Kurt Pinthus &#8211; hat die Leistung dieser ersten modernen deutschen Dichter negatorisch beschrieben: als &#8222;völlige Sprachzertrümmerung&#8220; . Das ist nicht einmal wahr &#8211; nicht wahr angesichts bewahrter lyrischer Formen, erhaltener Metren, ausgesuchter Reime und einer ganz intensiven Arbeit an neuen Metaphern &#8211; von Sprengung, Zerstörung der überlieferten lyrischen Formen kann keine Rede sein. Gerade die Arbeit an den Metaphern ist genial &#8211; das destruktive, verstörende Moment entsteht aus der Suche nach neuen Fügungen, Konstellationen.</p>
<p>Der Expressionismus beschreibt eine Welt, die aus der Sicht ihrer Verfasser aus den Fugen geraten ist. Nichts hängt mehr zusammen &#8211; nur noch in der Auflösung und im Tod &#8211; wie durch ein Kaleidoskop / Prisma  gesehen.</p>
<p>Die Welt wird aus einer Perspektive gesehen, die von den schreibenden als Randständigen ausgeht. Die Autoren sind mit Ahnungen geschlagen. Sie ertragen die Erfahrungen, die sie schlagen, nur mittels ihrer Produktion. Die expressionistischen Dichter sind keine objektiven Betrachter &#8211; sie sind Analytiker, Zerschneider ???, Auflöser ??? &#8211; sie sind negative Schöpfer. Damit geben sie dem Dichter &#8211; als Beruf &#8211; einen neuen erhöhten Rang.<br />
Dichtung mehr als Mimesis, Dichtung als Destruktion von zusammenhängenden Sichtweisen. von Synthesis, von Sinn.</p>
<p>Sprachlich perfekt &#8211; gegen Pinthus &#8211; wird die Bilderwelt / Bilderflut einer in die Krise geratenen Umwelt gestaltet. Benns nachträgliche Interpretation &#8211; Gestaltung als Anspruch, bestätigt den neuen Rang dieser Lyrik und glättet zugleich den expressionistischen Skandal dieser Lyrik zur formalistischen / ewigen Aufgabe von Dichtung (das Stichwort ist &#8222;Ausdruckswelt&#8220;). Benns Rettungsversuch, der nur die formale, sprachliche Seite betont, ist zugleich der Verrat an den inhaltlichen substanziellen Impulsen . Der kritische Zeitpunkt bei Benn ist der Mai 1933.</p>
<p>Die Nazis wie die UdSSR &#8211; Kommunisten haben den Expressionismus diffamiert.</p>
<p>Was aber wichtiger ist: Theorie hat diese eruptive Produktion nie eingeholt. Denn der Expressionismus ist nicht nur ein Symptom seiner Zeit, er nennt beim Namen, dass seine Zeit aus den Fugen geraten, eigentlich an ihr Ende gekommen ist .</p>
<p>Nach einer groben Einschätzung versagt die marxsche Überbau-Unterbau-Theorie am Expressionismus: die expr. Produktion findet in einer Prosperitätsphase statt – nie ging es allen so gut ??? Ist das richtig oder falsch?</p>
<p>Gegenthese: Imperialismus – Kolonialpolitik – Monopolwirtschaft – Arbeiterelend – reduziertes Wahlrecht – kein Frauenwahlrecht – 1905 Russland – zunehmende Rationalisierung in den Fabriken – die Verunsicherung der Kleinbürger.</p>
<p>Die eigentliche Krise war der erste Weltkrieg &#8211; die Expressionisten sahen ihn nicht nur kommen, sondern imaginierten sein Bild zuvor.</p>
<p>Die Expressionisten bündeln eine Stimmung / eine Atmosphäre vor dem Ausbruch / der Explosion der Krise in die Katastrophe des Weltkriegs.</p>
<p>Adorno hat den expr. Autoren kein Wort gewidmet, aber George. Den hat er auch vertont . Und er interpretierte Borchardt, als eine seiner letzten Schriften .</p>
<p>Ein gewaltsames Moment ist in die Form moderner Gedichte eingegangen: die Zerstörung traditioneller Formen ist zum Gesetz geworden.</p>
<p>Distanz zum Alten, Destruktion von Stimmung, Atmosphäre, Form</p>
<p>&#8230; so sehr Gesetz, dass A.s Urteil über einzelne Gedichte R. Borchardts sehr erstaunen</p>
<p>&#8230; so sehr Gesetz, dass Produktionsverfahren wie die Gertrud Kolmars wiederum mit einem Element Gewalt gegen dieses Gesetz anarbeiten, und das gilt denn auch für Borchardt mit einem Unterschied: bei B. ist der Traditionalismus Programm, ostentativ, politisch, bei der Kolmar unprogrammatisch, aber immanent notwendig.</p>
<p>Borchardt will Sprache gegen deren angenommenen Verfall bewahren, wieder herstellen, bei der Kolmar ist traditionalistische Form unbedingte Notwenigkeit ihres Schreibens, ein Form von Stille, die Stimmung einer &#8222;Insel&#8220;.</p>
<p>Zur Kolmar:</p>
<p>Verwandlungen<br />
Großmutters Stube Paradiese        orientalische Gedichte in Altes<br />
üppiger Pracht                 Altes Testament  / Hohes Lied</p>
<p>Und: asketische Lebensform / Sparta</p>
<p>Heroismus &#8211; Abscheu vor dem Wohlstand, der Oberflächlichkeit und der Geschichtslosigkeit des Bürgertums</p>
<p>Kolmars Intentionen: Heimat als Geschichte und Raum, sie müssen lyrisch erfunden werden gegen die &#8222;Zeit&#8220;.</p>
<p>&#8222;Das Wort der Stummen&#8220; 1933 entstanden</p>
<p>&#8222;Die gelbe Schlange&#8220; auf der Suche nach der eigenen Geschichte.</p>
<p>1934         -    Preußische Wappen<br />
1937         -    Welten<br />
1938         -    Die Frau und die Tiere</p>
<p>Nelly Sachs &#8211; &#8222;In den Wohnungen des Todes&#8220;<br />
Joh. Bobrowski &#8211; Gertrud Kolmar???</p>
<p>Den Vergleich von Borchardt und Kolmar ausführen</p>
<p>Lyrik nach 1910:</p>
<p>Deutscher Expressionismus<br />
Franz. Surrealismus<br />
Ital. Futurismus<br />
Dt. Sachlichkeit</p>
<p>A.s ästhetische Kategorien:         Materialstand</p>
<p>Technische Dimension –<br />
technische Analyse                Historisch<br />
Widerstand &#8211; des Inhalts und der Form gegen ein falsches Ganzes der Gesellschaft. Repressive Integration als Gesetz der Gesellschaft &#8211; dagegen: Form durch subjektive Freiheit</p>
<p>Da gibt es erstaunliche Parallelen zur Lyriktheorie Benns .</p>
<p>Und: der &#8222;Meridian&#8220; Celans ?</p>
<p>Von Interesse auch: die Auseinandersetzung Enzensbergers mit Adorno .</p>
<p>Sprung:</p>
<p>Die barocken Lyriker haben in einem Zeitalter extremer Gewalt gelebt. Und sie haben ihre Erfahrungen mit der Gewalt lyrische verarbeitet -damals eine neue Form lyrischer Erarbeitung / Verarbeitung.</p>
<p>Gewalt und Entsetzen darüber, zugleich eine Verarbeitung, die Gewalt gewissermaßen gedanklich zu &#8222;bremsen &#8222;, ihr den Stachel zu nehmen und sie in ein Weltbild einzuordnen, das trotz aller Gewalt Sinn macht, Sinn aus Gott und Sinn aus dem Einverständnis mit der Tatsache des Sterben Müssens.</p>
<p>&#8222;Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen&#8220;</p>
<p>Die eminente Erfahrung war der dreißigjährige Krieg &#8211; sie legten über ihre biografischen und gesellschaftlichen Erfahrungen einen Filter / ein Raster / ein Netz von metaphysischer und religiöser Ordnung.</p>
<p>Leben und Tod, Gott und Mensch, Wille und Ohnmacht, Leben in Lust und die Sterblichkeit sind die Koordinaten dieses Rasters.</p>
<p>Es gibt zwei Tempi: die Plötzlichkeit des Sterbens und die Langsamkeit des Zerfalls.</p>
<p>Und der existenzielle Zufall von Gewalt, wie die Einzelnen sie erfahren, wird aufgehoben im Gottesurteil über Menschen überhaupt als Resultat der Sünde, dass wir als menschliche Wesen zum Sterben schon immer verurteilt sind.. Seit wir aus dem Paradies gingen, sind wir Menschen sterblich.</p>
<p>Damit kommt die Unordnung der Welt, die existenzielle Erfahrung von Gewalt, in eine geistige, geistliche Ordnung.</p>
<p>Gewalt ist furchtbar Sterben ist elend aber mindestens Sterben ist nicht nur eine physische, empirische Tatsache, sondern geistlich notwendig. Dieser barocken Sicht fehlt aber ein Moment, das zum Christentum unabdingbar gehört: die Hoffnung auf die Auferstehung von Leib und Seele.</p>
<p>Und insofern wirkt die Lebenserfahrung der barocken Menschen und Dichter in ihre Religiosität hinein und bewirkt eine Schwarzfärbung der religiösen Zukunftserwartung.</p>
<p>These: Hier ist die Erfahrung von Gewalt immer in Form eingebunden &#8211; kein Aufschrei, kein Bruch, die Form bleibt glatt und rund &#8211; die Form ist das Sonett, die damals progressivste Form, in der Renaissance eminent welthaltig, im Barock religiös geladen.</p>
<p>Damals ging das noch: als Möglichkeit: weil wir unter dem Blick von Ewigkeit und Gottes Plan sowieso sterben müssen, passen auch Leiden Gewalt Sterben in ein Programm unter / in dem die armseligen Menschen ihr Leben auf jederzeitigen Widerruf verbringen. Dass sie sterben, weil sie sterben müssen, hebt ihr Sterben, auch die Qual von Gewalt auf.</p>
<p>Wer lebt, stirbt auch (schon). Wann und wie und warum im Einzelnen ist dann Nebensache &#8211; es will denn gestorben sein um Gottes Willen. Der Aufschrei dagegen käme aus der bewussten Bejahung von Leben, sein Impuls wäre atheistisch. Leben aus der Sicht des Barock hat keine Substanz, der Tod ist das Ziel / der Telos des Lebens.</p>
<p>Und: selbst die Tortur ist in den göttlichen Plan eingebunden und vorgedacht .</p>
<p>13. Klima</p>
<p>Die amerikanische Besatzungsmacht hat in Weimar / Buchenwald die Bevölkerung vor die Leichenberge, die Bracken und die Krematorien gezwungen, in Bergen &#8211; Belsen auch &#8211; schwarze Demonstrationen. Psychologie des Schocks, der Gewalt.</p>
<p>Das Gruppenexperiment im großen Maßstab misslang: es erzeugte Ressentiments. Gegen die Besatzungsmacht und gegen die Vergangenheit. Die Vorführung sollte dem verstockten Gedächtnis der Einwohner aufhelfen, verfestigte aber die Abbindung. Gegen die Vergangenheit und gegen die Opfer: eine zweite Verhärtung wurde erzeugt, und damit die vermeintliche Rechtfertigung des ersten Wegsehens und Nicht Wissen Wollens .</p>
<p>Weimar ist bzw. gilt als die Verbindung von Kultur und Barbarei, wie Auschwitz als die von Industrie und Medizin und Vernichtung.</p>
<p>Das damalige Klima lässt sich von heute leicht fassen: verdrängen und projizieren .</p>
<p>Verdrängen &#8211; Verschieben &#8211; Projizieren</p>
<p>Aber nicht trauern</p>
<p>Die Individuen reagieren in diesem Klima kollektiv.</p>
<p>Sie reagieren wie die Volksgemeinschaft auf die sie 12 Jahre lang zugerichtet wurden &#8211; und die verstockten Reaktionen erweisen das Syndrom &#8222;Volksgemeinschaft&#8220; eben nicht als Diktat jener kleinen Clique Nazis über den Rest Deutscher, sondern als ziemlich gut funktionierende Übereinstimmung von Regime und Bevölkerung -eine Art ideologischen Gesellschaftsvertrags.</p>
<p>Es gab nach 45 eine nicht offen artikulierte Güterabwägung&#8217;: was war näher, was war schlimmer, was berührt mehr &#8211; das fremde Leiden, die Tortur, die Experimente &#8211; oder das Leid, das ich selbst erfahren habe, das die Bevölkerung erlebt hat: Krieg, Bombenangriffe, Depossedierung, Besatzung.</p>
<p>Wenn man schon im Rahmen von Vergleich und Abwägung denkt: die Millionen Toten &#8211; und die Millionen Lebenden / Überlebenden / Vertriebenen / Enteigneten / Flüchtlingen.</p>
<p>Massen &#8211; Erfahrungen &#8211; Kraft &#8211; Masse</p>
<p>Verdrängung &#8211; nicht zugeben &#8211; Verschiebung &#8211; das ist das psychische Verfahren, aus der Katastrophe -für andere und auch für sich selbst, wieder in den Alltag zu gelangen.</p>
<p>Geht man dem Leben von Ärzten nach &#8211; besonders den hochrangigen &#8211; wird der Begriff Rolle &#8211; gegen den die Frankfurter Schule später opponierte -suspekt.</p>
<p>Welche Ängste müssen die zurückgekehrten Emigranten gehabt haben, sich einem deutschen Arzt anzuvertrauen.</p>
<p>1961 schlägt A. vor, die Täter des Auschwitz -Prozesses lebenslang psychoanalytisch untersuchen zu lassen. Revision seiner Emigrationsträume.</p>
<p>Das kulturelle Klima nach 1945: fortsetzen</p>
<p>Dazu gehört der Bremer Literatur &#8211; Preis und seine konservative Geschichte</p>
<p>14. Dialektik stillgestellt &#8211; abgebrochene Reflexion</p>
<p>Im Exil hatte A. Gedanken zur Situation des exilierten Intellektuellen formuliert: es ging um die vorgegebene Arbeitsteilung .</p>
<p>Jahre zuvor, vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs hatte er eine Notiz über Sprache, Schweigen und die Tat als Konsequenz der Unmöglichkeit von Sprache formuliert. Wahrscheinlich der konsequenteste Text A.s.</p>
<p>Zu Ende gedacht hat A. seinen Satz aber nicht: er hätte heißen können: ebenso barbarisch wie Lyrik schreiben ist, über anderes als Auschwitz reden oder schreiben. Wenn wir nicht über Auschwitz handeln, dann lasst uns eben schweigen.</p>
<p>Wie das Verdrängte, wie das nicht erfolgte Schweigen, hat die Öffentlichkeitsindustrie Jahrzehnte später reagiert: in Serien, in Dokumentationen bis hin zu Walsers Anti-Reaktion .</p>
<p>Veröffentlichung: ein demokratisches Recht / Öffentlichkeit als Medium des Lebenserwerbs / Marktpositionen / Konkurrenz.</p>
<p>Wir versuchen eine Phantasie: wenn die Lyrik schweigen soll, still gestellt werden soll, warum dann nicht öffentliche Sprache überhaupt?</p>
<p>Vielleicht so lange, bis der Name auch des letzten KZ-Opfers erfasst, das Schicksal auch des letzten Opfers erforscht, alle Mechanismus der Lager aufgedeckt, alle Täter bekannt, erfasst, gerichtet wären?</p>
<p>Gewissermaßen ein Innehalten, ein begrenztes Moratorium?</p>
<p>Damals hat niemand einer solchen Idee sich auch nur genähert. Im Gegenteil, abgesehen von Kompetenzen, haben viele Autoren sich mit dem Komplex der Verfolgung öffentlich befasst und vor der Klärung der empirischen Sachverhalte Theorien über den geschichtlichen Hintergrund der Judenverfolgung ausgeworfen: die meisten Arbeiten folgten dem Schema: Hitler und&#8230;, von&#8230;. bis Hitler.</p>
<p>Der Drang zur Veröffentlichung war groß, alle hatten etwas zu sagen, alle zu schreiben.</p>
<p>Und das ohne Reichsschrifttumskammer, ohne Zensur, das einzige Problem war das Papier, das die Besatzungsmächte zur Verfügung stellen mussten.</p>
<p>Lizenz / &#8222;Der Ruf&#8220;</p>
<p>Noch einmal: eine negative, aber produktive Phantasie: wie, wenn damals, etwa von 1945 bis 1949, die oder doch viele deutschen Intellektuellen geschwiegen hätten, demonstrativ, öffentlich, wirksam?</p>
<p>Kein Rundfunk hat damals Schweigestunden gesendet. Oder in langen Folgen die Namen der Opfer verlesen lassen.</p>
<p>Und an dieser Phantasie kann man ablesen, wie wenig A. 1951 medienpraktisch / medienwirksam gedacht hat. Stattdessen: Hilflos. Theoretisch.</p>
<p>Immerhin hat sein Satz trotzdem Karriere gemacht.</p>
<p>Echos damals???</p>
<p>Aber mit dem gleichen Recht??? mit dem A. weiter veröffentlichte, scherten sich andere nicht um sein Postulat.</p>
<p>15. Verschiedene Lesarten</p>
<p>Wenn man Adornos Satz als Akt von Zensur liest, also politisch / kulturpolitisch, gerät man in einen ungesicherten bis peinlichen Bereich.</p>
<p>Der A. &#8211; Gestus &#8211; hohe sprachliche Differenziertheit und eindeutige, schneidend -scharfe Urteile &#8211; täuscht leicht über A.s chronisch unsichere politische Einschätzungen  und Urteile hinweg.</p>
<p>Die peinliche Andienung an Goebbels 1934 &#8211; die Vertonung von Schirach &#8211; Liedern  &#8211; der Versuch, Musikkritiker bei der Vossischen Zeitung zu werden  &#8211; der lange Aufenthalt in Deutschland bis 1937/ 38  &#8211; ungeklärte Positionen und bis heute nicht aufgeklärte politische Einschätzungen und private Absichten. A. hat die Ernennung Hitlers, das reichsermächtigunmgsgesetz, die Wahlen 5.3.33, die antijüdischen Gesetze, den Juni 1934 und und und&#8230; in Deutschland zugebracht. Und der &#8222;Hornberger Brief&#8220; an Benjamin ist angesichts der Adresse ein Skandal.</p>
<p>Ungenaue Notiz: Horkheimers Autoritärer Staat&#8220; -die Überlagerung einer NS &#8211; Analyse. Da gab es Genaueres: Kirchheimer / Neumann &#8211; Behemoth, aber der war später.</p>
<p>Die hier nur ungenau formulierte Kritik an der Position A.s trifft sich mit der späteren Kritik der Studentenbewegung: unpolitischer Gestus, Abbrechen der eigenen Konsequenzen.</p>
<p>Man könnte eine Liste zusammenstellen von Vorschlägen A s, die diffus auf Praxis bezogen sind, ohne direkt praktisch gemeint zu sein. Und spezifisch für Adorno war: er hat um den Zwischencharakter der eigenen Vorschläge gewusst, er hat gewusst, dass seine Vorschläge irreal bleiben mussten:<br />
•    der Satz über Lyrik<br />
•    die Psychoanalyse für Kaduk u.a.<br />
•    curriculare Vorschläge im &#8222;Auschwitz&#8220; – Aufsatz<br />
•    ?<br />
•    ?</p>
<p>Die einzige politische Intervention A.s: das Gespräch mit O. Brenner zu den Notstandsgesetzen . Erfolglos, weil an einem Modell der zwanziger Jahre orientiert: Generalstreik.</p>
<p>Das Stichwort &#8222;Generalstreik&#8220; gehört ins Arsenal des orthodoxen Marxismus und ist zugleich eine hilflos / anachronistische / anarchische Reprise des gescheiterten Widerstands gegen die Hitler -Regierung Januar 1933. Nur: damals hatte A. keine innere oder organisatorische Verbindung zu den möglichen Zentren eines möglichen Widerstands.</p>
<p>16. Mit wem spricht Adorno?</p>
<p>Die Lyrik-These ist so wichtig, dass sie nach einer eigenen Ausarbeitung drängte. Das hat A. aber nicht geleistet. Nicht wollen &#8211; nicht können???. Der Radio &#8211; Essay von D. Claussen hat Fundstellen gesammelt, die quer ins Werk A.s eingelagert sind .</p>
<p>Etwa vier Mal hat A. den Faden noch einmal aufgenommen. Die wichtigste Stelle: in der &#8222;Neg. Dialektik&#8220; .</p>
<p>An einer Stelle heißt es: &#8222;dieser Satz lässt sich nicht diskursiv begründen &#8222;.</p>
<p>Und dieser Satz ist sehr wichtig &#8211; weil er den schwebend drohenden Charakter des Satzes ausstellt und zugleich sein theoretisches Defizit benennt.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/rainergerhard.wordpress.com/73/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/rainergerhard.wordpress.com/73/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/rainergerhard.wordpress.com/73/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/rainergerhard.wordpress.com/73/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/rainergerhard.wordpress.com/73/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/rainergerhard.wordpress.com/73/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/rainergerhard.wordpress.com/73/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/rainergerhard.wordpress.com/73/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/rainergerhard.wordpress.com/73/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/rainergerhard.wordpress.com/73/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/rainergerhard.wordpress.com/73/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/rainergerhard.wordpress.com/73/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/rainergerhard.wordpress.com/73/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/rainergerhard.wordpress.com/73/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rainergerhard.wordpress.com&amp;blog=1572861&amp;post=73&amp;subd=rainergerhard&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>squirrel london</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Mar 2011 16:16:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gerhardhugo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bilder]]></category>

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		<description><![CDATA[<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rainergerhard.wordpress.com&amp;blog=1572861&amp;post=69&amp;subd=rainergerhard&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
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		<title>Adorno Erfahrung</title>
		<link>http://rainergerhard.wordpress.com/2011/03/16/adorno-erfahrung/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Mar 2011 16:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gerhardhugo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigene Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Texte über Adorno]]></category>

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		<description><![CDATA[Exempel 1 &#8211; Erster Weltkrieg Wie weit Ereignisse Erfahrungen provozieren, hängt ab von der Fokussierung der Wahrnehmung. Ich kann ja beliebige andere Phänomene wichtiger finden als (?) Ereignisse. Ich kann ideelle Gebilde wichtiger finden als Fakten. Der Stellungskrieg im Westen &#8230; <a href="http://rainergerhard.wordpress.com/2011/03/16/adorno-erfahrung/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rainergerhard.wordpress.com&amp;blog=1572861&amp;post=66&amp;subd=rainergerhard&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Exempel 1 &#8211; Erster Weltkrieg</p>
<p>Wie weit Ereignisse Erfahrungen provozieren, hängt ab von der Fokussierung der Wahrnehmung.<br />
Ich kann ja beliebige andere Phänomene wichtiger finden als (?) Ereignisse. Ich kann ideelle Gebilde wichtiger finden als Fakten.<span id="more-66"></span><br />
Der Stellungskrieg im Westen des Krieges &#8211; vier Jahre Massentötung mit Massenvernichtungsmitteln kann ich ausblenden, wenn ich am Bild von Kameradschaft und Grabensolidarität festhalte.<br />
Wenn ich mich auf ein Bild von &#8230; fixiere &#8211; das ist dann zwar lächerlich oder borniert/verstockt, aber ziemlich wirksam.<br />
Zwei Beispiele: Ernst Jünger &#8211; der neben dem Konzept vom klassenübergreifenden Zusammenhalt im Graben, in dem der Bauer aus dem deutschen Osten neben dem Lehrer ums Überleben kämpft, kämpft, um zu überleben  &#8211; mit dem Moment von Führung und Sprung. Dieser Jünger feiert unterm Feuer der / unter der Feuerwalze der Massenvernichtungsmittel die euphorische Selbstbewährung / Selbstverwirklichung des tapferen Individuums.<br />
So wird nicht das Feuer der Artillerieangriffe zur Erfahrung, sie wird zum Hintergrund, vor dem die einzelne Persönlichkeit als Kämpfer sich konstituiert .<br />
Gegensatz: A. Zweig. Der stellt Kameradschaft ganz anders dar &#8211; als proletarischen Zusammenhalt und als Erziehungsprozess darstellt und die Soldaten als Helden gegen den Krieg statt mit ihm.</p>
<p>Ideologien steuern die Wahrnehmung – Rasterfunktion / Filter.</p>
<p>Jünger und A. Zweig habe ich skizziert – da spielen ein militanter Nationalismus, gemischt mit der Fairness gegenüber dem Gegner, gegen einen bürgerlich vorgetragenen  proletarischen Solidaritätsduktus eine Rolle.</p>
<p>Schlimmer: Beispiele wie Borchardt und seine mediale Verehrung der militärischen Führung des WK I .</p>
<p>Der WK I ist ein gutes Beispiel für die Verzerrung / Behinderung / Steuerung / Manipulation von Wahrnehmung durch Ideologien.</p>
<p>Wie man angesichts dieser – meist literaturgeschichtlichen Belege – einen Begriff von Wahrheit halten will, ist nicht klar.</p>
<p>Und auf den ersten Blick lässt sich auch meine alte / ganz alte Erwartung nicht halten, an den gesellschaftlichen Zuständen ließen sich Motive erschließen, die in literarische Werke hinein wirken. Die Hoffnung auf Eindeutigkeit ließe sich nicht halten.</p>
<p>Möglich ist, Typen zu stilisieren:<br />
1.    Nationalismus        &#8211; Individuum als Held    (Jünger)<br />
2.    Proletarische Solidarität    &#8211; Individuum als Opfer    (Zweig)<br />
3.    Führer / Elite-Theorie    &#8211; Führer als Helden        (Borchardt)</p>
<p>Immerhin stehen in 1+2 die Produktivsätze als Thema da – wenn auch in unterschiedlicher Bewertung. In 3 sind sie ausgeblendet – da geht es um Masse gegen Elite.</p>
<p>In Genesis haben die ersten Menschen zur Erkenntnis von Gut und Böse – nachlesen.<br />
Die Erfahrung dabei ist aber: Gott ist da fern, er lässt die Schlange ihr Werk tun und lässt die Menschen über ihr Handeln entscheiden. Sie sind frei, und sie tun natürlich das Falsche.<br />
Zu dieser Erfahrung kommen sie aber erst auf die vertrackte Weise, dass Gott ihnen ihr Tun strafend vorhält. Ohne Spiegelung an der Autorität Gottes wäre ihnen die Erfahrung nicht bewusst geworden – die Kategorien Gut und Böse werden ihnen nicht durch Schlange und Apfel zuteil, sondern durch die Autorität, der sie zuwider gehandelt haben. Umgekehrt gilt: dass Gott seine Autorität erst nach dem Sündenfall geltend macht oder erst danach wieder aufstellt.</p>
<p>Erfahrung entsteht nicht naturwüchsig, sondern erst in Opposition, in Spiegelung, in Reflexion.</p>
<p>Erfahrung im Mythos  &#8211; eindeutig –<br />
Erfahrung in Geschichte – vieldeutig. Hängt von Interessen und Vorerfahrungen ab.</p>
<p>Unhistorisch – nur zur typologischen Einordnung: Kann ich  einen Schmerz erfahren? Ich kann ihn wohl eher erleben. Ich kann ein Leid erfahren, ich kann eine Erfahrung mit mir als einem Schmerz Leidenden machen. Erfahrung ist bipolar und mehrschichtig. Von einem Gewirr an Eindrücken kann ich keine Erfahrungen machen – ich kann da nur eine Erfahrung mit mir selber machen.<br />
Sinnvoll kann ich von Erfahrung nur reden, wo ich mich mit einem Gegenstand auseinandersetze und mich dialogisch verhalte. Der Gegenstand spricht mich an und wirkt auf mich, verändert mich dadurch, dass ich mich ihm aussetze und mich mit ihm auseinandersetze. Vor dem Auftauchen, vor dem Wahrnehmen des neuen Gegenstandes bin ich ein anderer gewesen – tendenziell bin ich vor dem Auftauchen dieses Gegenstandes eine mentale Null. Darin liegt der Unterschied zu einer mechanistischen Auffassung von Wahrnehmung: die aufnehmende Kamera ist schon da und von ihren Gegenständen eigentlich unabhängig – technisch einwandfrei kann sie auch bei völliger Leere des Raums und bei Dunkelheit funktionieren. Die wahrnehmende Intelligenz ist zu ihrem Aufbau auf eine vorhandene Gegenstandswelt angewiesen – und sie wird – wieder im Gegensatz zur integral aufnehmenden Kamera – sich ihre Gegenständlichkeit auswählen. Diese Konstruktion ist freilich idealistisch, weil sie von einem Kosmos-Bild der Welt ausgeht. Die Welt ist so geordnet, dass die Kräfte der Dinge der Natur und des Menschen sich in der Waage halten, keins kann den anderen überwältigen. Das setzt voraus, dass die Welt im Ganzen durch Vernunft zusammengehalten wird, Vernunft ist aber deren andere Seite.<br />
Die Geschichte der Moderne hat diesen Zusammenhang auseinandergerissen und das ausgewogene Gleichgewicht dieser sinnvoll aufeinander bezogenen Kräfte bis in Katastrophen zerstört. Sie hat die Übermacht von Dingen geschaffen, denen die Menschen immer stärker unterlegen sind.<br />
Erfahrung hat ihre unterschiedlichen Dimensionen: eine Art räumlicher. Ich muss einen Gegensatz aus anderen isolieren können, muss Raum um ihn haben, um ihn sehen zu können. Ich muss mit dem Gegenstand gewissermaßen allein sein – dies ist eine soziale Dimension. Und ich muss mein Erlebnis mit ihm in Ruhe durcharbeiten können – eine zeitliche Dimension. Zugleich eine soziale – Muße.<br />
In diesem Zusammenhang fallen Momente wie Interesse. Nur ein Gegenstand, der mich interessiert, lässt mich eine Erfahrung machen. Es handelt sich um eine privilegierte Beziehung zwischen mir und dem Gegenstand. Und die Beziehung ist gewaltfrei.</p>
<p>Auf diesem Hintergrund die Erfahrungstheorie Benjamins, und seine Formulierung von der Ästhetisierung der Politik.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/rainergerhard.wordpress.com/66/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/rainergerhard.wordpress.com/66/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/rainergerhard.wordpress.com/66/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/rainergerhard.wordpress.com/66/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/rainergerhard.wordpress.com/66/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/rainergerhard.wordpress.com/66/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/rainergerhard.wordpress.com/66/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/rainergerhard.wordpress.com/66/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/rainergerhard.wordpress.com/66/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/rainergerhard.wordpress.com/66/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/rainergerhard.wordpress.com/66/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/rainergerhard.wordpress.com/66/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/rainergerhard.wordpress.com/66/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/rainergerhard.wordpress.com/66/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rainergerhard.wordpress.com&amp;blog=1572861&amp;post=66&amp;subd=rainergerhard&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Denken nach 1945</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Mar 2011 17:49:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gerhardhugo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eigene Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Texte über Adorno]]></category>

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		<description><![CDATA[Die These: dass nach dem Zusammenbruch von 1945 politisches und philosophisches Denken sich auf Standards zurückgenommen hat, die eigentlich Ende der zwanziger Jahre erledigt waren. Es gab gewissermaßen eine Reklassizierung des Denkens statt einer Radikalisierung. Das zentrale Dokument: die Menschenrechte &#8230; <a href="http://rainergerhard.wordpress.com/2011/03/02/denken-nach-1945/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rainergerhard.wordpress.com&amp;blog=1572861&amp;post=49&amp;subd=rainergerhard&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die These: dass nach dem Zusammenbruch von 1945 politisches und philosophisches Denken sich auf Standards zurückgenommen hat, die eigentlich Ende der zwanziger Jahre erledigt waren.<span id="more-49"></span></p>
<p>Es gab gewissermaßen eine Reklassizierung des Denkens statt einer Radikalisierung.</p>
<p>Das zentrale Dokument: die Menschenrechte des GG. Freiheit &#8211; Gleichheit &#8211; Gerechtigkeit.</p>
<p>Das ist natürlich auch eine Amerikanisierung des politischen Denkens gewesen.</p>
<p>Ende der zwanziger Jahre waren diese Elemente des politischen Denkens zugleich durch rechte wie linke Positionen durchkritisiert.</p>
<p>Nach 45 durfte nichts mehr gelten, was auch nur im Geringsten mit Nazi &#8211; Denken zu tun hatte.</p>
<p>Sicher ist die Diskussion von Schuld 45 von dieser Verengung kontaminiert (ev. Kirche / Jaspers).</p>
<p>Nach 1918 sahen die Diskussionen anders aus (K.Barth / E.Bloch). Grundsätzlicher. Die Propaganda des Bolschewismus.</p>
<ul>
<li>Nach dem Ende des NS &#8211; Regimes war tabuisiert:</li>
</ul>
<ul>
<li>Nationalismus</li>
</ul>
<ul>
<li>Rassenfrage</li>
</ul>
<ul>
<li>Raumpolitik</li>
</ul>
<ul>
<li>Autoritäre Regierungsform &#8211; Diktatur</li>
</ul>
<ul>
<li>Militär / Krieg</li>
</ul>
<ul>
<li>Euthanasie</li>
</ul>
<ul>
<li>Volksgesundheit</li>
</ul>
<p>Die Diskussion hat sich in Abwehr der Nazi -Positionen auf allgemein universale Positionen bezogen. Die philos. Leitfigur: Kant. Die allgemeine Bezugsposition: Christentum.</p>
<p><em>Die frechste These: niemand hat sich damals die Frage gesteift, ob einige Nazi &#8211; Positionen an der Zeit waren.</em></p>
<p>Ich nenne zwei Positionen</p>
<ul>
<li>die Frage der genetischen Qualität als Resultat der Korruption der bürgerlichen Ehe</li>
</ul>
<ul>
<li>die Frage der Diktatur als angemessene Regierungsform der entsubjektivierten Subjekte</li>
</ul>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/rainergerhard.wordpress.com/49/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/rainergerhard.wordpress.com/49/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/rainergerhard.wordpress.com/49/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/rainergerhard.wordpress.com/49/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/rainergerhard.wordpress.com/49/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/rainergerhard.wordpress.com/49/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/rainergerhard.wordpress.com/49/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/rainergerhard.wordpress.com/49/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/rainergerhard.wordpress.com/49/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/rainergerhard.wordpress.com/49/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/rainergerhard.wordpress.com/49/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/rainergerhard.wordpress.com/49/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/rainergerhard.wordpress.com/49/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/rainergerhard.wordpress.com/49/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=rainergerhard.wordpress.com&amp;blog=1572861&amp;post=49&amp;subd=rainergerhard&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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